Susurrus

2012

4-Kanal Video- und Sound-Installation
Gefördert von EMARE-Mexico, European Media Art Network (EMAN), Werkleitz Halle, Goethe-Institut Mexiko, Europäische Kommission

Ein Projekt über Elektrosmog und die skulpturale Schönheit von Hochspannungsmasten.

Im Mittelpunkt dieser Installation steht ein Klang, der meistens kaum oder nicht hörbar ist. Die elektromagnetischen Strahlen von Stromleitungen, Elektrosmog, umgeben uns überall im Alltag. Von diesen Immissionen wird angenommen, dass sie gesundheitsschädliche Wirkungen haben können. Da wir sie nicht wahrnehmen können, verdrängen wir ihre Anwesenheit. In „Susurrus“ werden sie hörbar gemacht am Beispiel des elektromagnetischen Felds von Überlandstromleitungen.

2012, während eines 2½ Monate langen Aufenthalts als Artist in Residence in Mexiko, hat Maria Vedder in den unterschiedlichen Klimazonen eine Anzahl von Landschaftspanoramen mit Überlandstromleitungen gefilmt. Die Geräusche des jeweiligen elektromagnetischen Felds wurden mit einer selbstgebauten Antenne auf einem Audiorecorder aufgenommen.

In der Installation sind auf 4 Flachbildschirmen Landschaften aus Baja California, Oaxaca und Sant Luis Potosi zu sehen. Jedem Bild ist das Surren des jeweiligen elektromagnetischen Felds zugeordnet. Zusammen ergeben die 4 Tonfrequenzen eine auditive Raumkomposition. Diese Gefahr suggerierenden Töne stehen im Kontrast zur fotografischen Ästhetik der Landschaften mit den konstruktiven Elementen der Strommasten.

Der lateinische Begriff „Susurrus“ bedeutet Sausen, Murmeln, Flüstern, aber auch ungereimt und absurd.

„Susurrus“ ist Teil einer weltweiten Bestandsaufnahme von Eingriffen der Stromindustrie in Natur und Landschaft. Nach Aufnahmen in Deutschland und Mexiko folgen 2013 Malaysia und 2018 Thailand.