Die indische Olympiade

1981 bis heute

Film
1981 bis heute
Work in Progress
im Moment 36 Min.
mit Super-8, Video und Found Footage
ohne Ton

„Eine Olympiade in Indien hat es bislang noch nicht gegeben. Maria Vedder holt das mit ihrer Indischen Olympiade nach – aber ganz anders. Kein Schaulaufen der Besten, Schnellsten und Ehrgeizigsten, sondern von Freunden und Weggefährten der Künstlerin dargebrachte Alltags-Performances, die das Spielerische in Momentaufnahmen feiern. Es ist eine Poesie des Augenblicks, wenn vier Frauen beim „Synchronschwimmen“ kopfüber ins Meer tauchen, um dann ihre etwas wackligen Beinpaare aus dem Wasser zu recken oder wenn das Wäschesortieren als „Ausdauertraining“ deklariert wird. Schön auch das „Rudern“ als Pantomime, das unerschrockene „Palmeklettern“ oder der „Windfang“ mit einer vom Wind verwehten Plastiktüte. Diese Mini-Performances werden durch Found Footage-Material ergänzt und durch altmodische Zwischenüberschriften strukturiert. Sie verleihen den lautlosen Bildern die melancholische Aura von Stummfilmen, mit der die Zuschauer schwerelos durch Räume und Zeiten gleiten. Dabei verweben sich schwarzweiß Aufnahmen und verblichene Super8-Farben, Dokumentarisches und Inszeniertes, Geschichte und Geschichten.
Die Arbeit versteht sich als work in progress – man darf also gespannt sein, was die Indische Olympiade in den nächsten Jahren noch aufbieten wird. In jedem Fall viel Bewegung, und damit zweifellos eine Gemeinsamkeit zwischen Sport und Film.“
Anja Osswald 2023

Der Film macht sich lustig über die Ziele des Sports, er ist eine Parodie auf die Olympischen Spiele. Auf das immer Höher, Weiter, Schneller. Diese Ideologie liegt unserem ganzen Leben zu Grunde, ist ungesund für uns und unsere Umwelt.
Ich setze dem das Spielerische, das Private entgegen. Wir inszenieren absurde sportliche Disziplinen. Diese Performances für die Kamera führen wir vor allem auf meinen weltweiten Reisen auf. Des weiteren bitte ich Freunde, mir selbstgedrehtes Videomaterial mit ähnlichen Aktionen für meinen Film zur Verfügung zu stellen.
Es ist also ein Performancefilm.
Und es ist ein Reisefilm.
Und es ist eine Reise durch die Technikentwicklung. Angefangen hat alles auf Super-8-Film und macht dann einen Gang durch die Technikgeschichte von Video: U-Matic, VHS, Betamax, S-VHS, Hi-8, Mini-DV, HDV…
Der Film ist ein work in progress, das heißt, wir machen immer weiter.